Ausstellung in der Jägerstraße

Adresse und Öffnungszeiten

Mendelssohn-Remise
Jägerstraße 51
10117 Berlin

zwischen Gendarmenmarkt und U-Bhf. Hausvogteiplatz

Täglich geöffnet von 12 Uhr bis 18 Uhr
Bitte beachten Sie Ausnahmen aufgrund von Veranstaltungen

Eintritt frei, Spende erbeten
Zugang für Rollstuhlfahrer möglich

Konzept und Inhalte

Die Dauerausstellung „Die Mendelssohns in der Jägerstraße“, konzipiert für die 18. Jüdischen Kulturtage 2004, wird in der um 1890 als Kassenhalle errichteten, späteren Remise der Mendelssohn-Bank gezeigt: Es ist das Haus, in dessen Seitenflügel die ältesten Söhne des Philosophen und Kaufmanns Moses Mendelssohn, Joseph und Abraham Mendelssohn, 1815 das 1795 gegründete Bankhaus Mendelssohn etablierten. Der östliche Abschnitt der Jägerstraße, in der damals bereits die Königliche Giro- und Lehnbank und die Preußische Seehandlung existierten, gilt als Keimzelle des Berliner Bankenviertels. Von hier aus entwickelte sich die Bank unter den Nachfahren von Joseph Mendelssohn und Abraham Mendelssohn Bartholdy zur bedeutendsten Berliner Privatbank - bis zu ihrer unter den Nationalsozialisten erzwungenen Liquidation.

In mehreren Stationen erinnert die Ausstellung an die spannungsvolle Geschichte der Bank und an das Leben der Mendelssohn-Bankiers, die bis 1917 in den Bankhäusern oder in angrenzenden Gebäuden wohnten. Das Mäzenatentum der Mendelssohns, dem die Berliner Museen wichtige Kunstwerke verdanken, wird ebenso dargestellt wie das soziale Engagement der Familie. Thematisiert wird auch ihr eindrucksvolles, in der Jägerstraße geknüpftes Netzwerk der Beziehungen, Geschäftspartnerschaften und Freundschaften, das Vertreter der Wirtschaft, der Wissenschaften, der Musik und der bildenden Künste einbezog. Der Naturforscher Alexander von Humboldt, der Bildhauer Christian Daniel Rauch, die Musiker Clara Schumann und Joseph Joachim sowie der Historiker Leopold von Ranke gingen hier als Kunden wie auch als vertraute Gäste ein und aus, ebenso - als Verwandte der Bankiers - die Komponisten Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Die Ausstellung behandelt außerdem die von den Nationalsozialisten erzwungene Liquidation der Mendelssohn-Bank sowie Anstrengungen in der Nachkriegszeit, die Erinnerung an eine der bedeutendsten deutschen Familien wiederherzustellen. Die Gründung der Mendelssohn Gesellschaft 1967 und die Gründung des inzwischen mit der Mendelssohn-Gesellschaft fusionierten Vereins Geschichtsforum Jägerstraße e.V. im Jahr 2005 zählen dazu. Weitere Einzelheiten in den Texten zur Ausstellung.

Seit März 2008 ist die Dauerausstellung um den thematischen Exkurs „Die Religion der Mendelssohns“ erweitert worden. Die mit Mitteln des Bundesministeriums des Innern realisierte „Themeninsel“ skizziert anhand von Leihgaben der Berliner Staatsbibliothek, der Stiftung Neue Synagoge Centrum Judaicum und der Mendelssohn-Familie die konfessionellen Trennungswege der verschiedenen Generationen und Familienzweige.

Die Ausstellungs-Sektion "Gegenwelten" beschäftigt sich mit den repräsentativen Landhäusern der Bankiers am Rande der Stadt oder in entfernteren Regionen, die z. B. Joseph Mendelssohn und sein Sohn Alexander, sowie Ernst (von) Mendelssohn-Bartholdy und dessen Sohn Paul als Pendant zum Wohnen und Arbeiten aufsuchten. Der Exkurs „Gegenwelt Leipziger Straße No. 3“ präsentiert Informationen und historische Objekte zum Reckschen Palais der Familien Mendelssohn Bartholdy und Hensel an der Leipziger Straße, wo bis 1847 die berühmten "Sonntagsmusiken" veranstaltet wurden.

Angebote

Medienstation:
Im Vorraum der Remise wird die Ausstellung durch eine Medienstation ergänzt, an der sich die Besucher Interviews mit Nachfahren sowie Kompositionen von Felix Mendelssohn Bartholdy, Fanny Hensel und Arnold Mendelssohn anhören können. Einzusehen sind dort ebenfalls der von der Berliner Staatsbibliothek 2007 hergestellte digitale Stammbaum der Mendelssohn-Familie über sieben Generationen sowie eine DVD-Dokumentation der szenischen Uraufführung des ersten Singspielfragments Felix Mendelssohn Bartholdys, aufgenommen anlässlich des Berliner Treffens der Nachkommen Moses Mendelssohns im Oktober 2007 in der Mendelssohn-Remise.

Präsentation:
In einem Biedermeier-Sekretär aus dem Besitz des Komponisten Arnold Mendelssohn werden darüber hinaus die drei professionellen Komponisten der Familie Mendelssohn - neben Arnold die Geschwister Felix Mendelssohn Bartholdy und Fanny Hensel - in einer medialen Präsentation vorgestellt.

Fremdsprachige Angebote:
Texte zur Ausstellung in Englisch und Russisch liegen im Vorraum aus.

Führungen und pädagogische Angebote:
Es finden Führungen auf den Spuren der Mendelssohns und ihrer Zeitgenossen zu Häusern und Bewohnern der Jägerstraße und in weiteren Berliner Stadtteilen statt.
Nach Vereinbarung werden auf Schulklassen abgestimmte Führungen innerhalb der Ausstellung angeboten.

Bücherverkauf:
Bücher und andere Medien zur Geschichte der Familie Mendelssohn und zur Jägerstraße in Berlin-Mitte werden im Vorraum angeboten.

Präsenzbibliothek:
Im Vorraum steht eine kleine Präsenzbibliothek zur Verfügung.

Weitere Ausstellungen

Es existieren drei weitere Mendelssohn-Ausstellungen in Berlin.