Dauerausstellung zur Geschichte der Familie Mendelssohn auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof

28 evangelisch getaufte Nachkommen des jüdischen Stammelternpaares Fromet und Moses Mendelssohn, von der zweiten bis zur siebten Generation, sind begraben auf den Friedhöfen vor dem Halleschen Tor. Berühmte Zeitgenossen, Partner und Weggefährten der Mendelssohns haben dort ebenfalls ihre Ruhestätten gefunden. Die Friedhöfe gelten als europäisches Kulturdenkmal, sind aber – was gerade auch den Zustand prominenter Gräber und die Infrastruktur betrifft – restaurierungsbedürftig.

Die Stiftung historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg und der Evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte haben Ende Oktober 2013 mit Hilfe der Stiftung Deutsche Klassenlotterie ein ambitioniertes Projekt vollendet, durch das die historische Bedeutung dieser Friedhöfe besser erschlossen wird und die einzigartige touristische Attraktion des Areals zur Geltung kommt. Die Gräber der Mendelssohn-Nachkommen wurden, soweit erforderlich, restauriert, Wege und Bepflanzung in einen ordentlichen und würdigen Zustand versetzt..

In einer ehemaligen Friedhofskapelle, die sich auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof, nahe den Ehrengräbern der Mendelssohn Bartholdys befindet und bislang als Abstellraum diente, wurde außerdem die erste Dokumentation zur gesamten Familiengeschichte der Mendelssohns als Dauerausstellung eingerichtet. Bild- und Fotoreproduktionen, Kurzbiographien und thematische Überblicke zu den Bereichen Wissenschaft, Gesellschaft, Ökonomie, Musik, Kunst, Literatur, Politik und Mäzenatentum bieten in Korrespondenz mit einem großen, mehr als sieben Generationen umfassenden Stammbaum Kennern und Neuentdeckern der Materie Eindrücke und Informationen in Fülle an. Die Ausstellung wurde am 3. November 2013 feierlich eröffnet, vgl. die zur Eröffnung. Sie ist täglich ab 8 Uhr und in den Wintermonaten mindestens bis 16 Uhr geöffnet, weitere Einzelheiten auf der Website des Evangelischen Friedhofsverbands Berlin Stadtmitte.

Die Mendelssohn-Gesellschaft war an der Unternehmung beratend und durch inhaltliche Beiträge zur Ausstellung sowie durch Konzepte zur Betreuung und Bespielung der Anlage beteiligt.